„Bhääää?“ – Mit viel Aufwand zur Limited Edition „Walliser Schwarznasenschafe“

November 06, 2019

„Bhääää?“ – Mit viel Aufwand zur Limited Edition „Walliser Schwarznasenschafe“

Die Wolle der Walliser Schwarznasenschafe ist wieder da! Bereits letztes Jahr haben wir aus der Wolle der putzigen Walliser Locals eine ziemlich streng limitierte Linie von 30 handgehäkelten Headbands angefertigt. Damals fanden wir nach langem Suchen die benötigte Wolle in Zermatt. Die Familie Julen hat weltweit die grösste Zucht Walliser Schwarznasenschafe hoch oben in der wunderschönen Zermatter Bergwelt. Die kleine limitierte Auflage war dann auch innert 24 Stunden weg und wir bekamen noch lange danach immer wieder Anfragen, wann es denn wieder Stirnbänder von den Walliser Schwarznasenschafe geben würde. Grund genug, uns um eine neue Linie aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe zu bemühen. Wie du aber im folgenden Lesen kannst, war das alles andere als einfach!

 

hä? Special Edition Walliser Schwarznasen Wolle Mützen Stirnbänder

Mutter und Kind aus der Walliser Schwarznasenherde der Familie Julen aus Zermatt

 

Matthias und ich machten uns bereits vergangenen März auf die Suche nach neuer Wolle. Erste Anlaufstelle war natürlich wiederum die Familie Julen. Sie liessen aber nur einmalig vor ein paar Jahren Strickgarn herstellen und ihr Vorrat war aufgebraucht. Sie brauchen die Wolle nicht als Strickgarn, wie wir es gerne hätten, sondern für ihre Hotels als Füllung der Matratzen, Kissen und Duvets. Auch nach dem Durchforsten des Internets fanden wir kein Strickgarn. Der Grund war dann auch offensichtlich: Die Wolle aus Walliser Schwarznasen ist durch ihre edle Farbe zwar schön anzusehen, durch die langen und dicken Haare ist sie aber sehr borstig, widerstandsfähig und schlussendlich für das Tragen auf der Haut viel zu rau und kratzig. Nun ja, für Letzteres hatten wir bereits letztes Jahr eine Lösung gefunden: Eine weiche Polar Fleece Fütterung. Diese sorgt dafür, dass auch borstige Wollfasern bequem getragen werden können. Trotzdem schien es Grund genug für alle von uns kontaktierten Strickgarnanbieter zu sein, diese schöne Wolle nicht weiter zu verarbeiten. Das ist irgendwie auch verständlich, da es viele andere sehr angenehm zu tragende Naturfasern gibt wie beispielsweise Merino oder Kaschmir.

 

Paul Julen hä? Walliser Schwarznasenherde Mützen, Headbands, Neckwarmers

Paul Julen bei der Arbeit mit seinen Walliser Schwarznasenschafen

 

Der letzte mögliche Weg für uns war eine ziemliche Herausforderung: Eigenes Strickgarn aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe herzustellen. Wir nahmen uns dieser aber an und suchten nun nach „roher“ Wolle im ganzen Tal. Das Problem war, dass wir hierfür etwas zu spät waren. Die Wolle wird jeweils Anfangs März gesammelt und die nächste Schur stand erst im Herbst an. Was nun? Wir weiteten unsere Suche auf die gesamte Schweiz aus. Nach längerem Suchen fanden wir dann viele Wochen später die richtige Wolle in der Ostschweiz. Die Qualität war gut und von unserem geliebten Schwarznasenschaf mit der Herkunft Wallis. Die Wolle wurde auf einem Markt in der Zentralschweiz gekauft und fand so den Weg in die Ostschweiz. Nun mussten wir jemanden suchen, der die Wolle waschen und zu einem Garn spinnen kann.  Ebenfalls wurden wir in der Ostschweiz fündig. Die Wollspinnerei gab dann nochmals zu bemerken, dass diese Wolle nicht unbedingt für Garne gebraucht wird, sie es aber gerne für uns machen könnten. Der Preis fürs Waschen und Spinnen war dann auch wie erwartet hoch. Wir haben aber bereits so viel Zeit und Energie hinein gesteckt, dass wir das Risiko eingingen. Und schliesslich fand dieser Produktionsschritt auch in der Schweiz statt. Nach ein paar E-Mails und Telefonaten später war alles geregelt und wir würden Mitte August endlich unser eigenes Garn aus der Wolle Walliser Schwarznasenschafe in den Händen halten.

 

hä? Walliser Schwarznasenschafe Beanies, Headbands, Neckwarmers.

Das Hangtag ist immer zum Schluss eines Produktes anzufertigen. Für uns ist es das Zeichen, dass das Produkt beinahe fertig ist. Deshalb war das Gefühl beim Anbringen dieses Hangtags dann sehr erleichternd und befreiend, dass wir es tatsächlich geschafft haben!

 

Bis zu den fertigen Produkten fehlte aber trotzdem noch einiges an Arbeit. Gleichzeitig bemerkten wir, dass es immer teurer wurde. Natürlich hätten wir am liebsten wieder alles von Hand in der Schweiz, genauer gesagt bei uns hier im Wallis gehäkelt. Aber schon bald zeigte sich, dass der bisherige und noch zu erwartende Aufwand so hoch sein würden, dass die Produkte einfach viel zu teuer wären. Ein Beanie würde sehr nahe an die 90 Franken-Grenze im Verkauf stossen. Natürlich, letztes Jahr haben wir es geschafft das Stirnband billiger zu verkaufen, aber wir haben schlussendlich auch schön drauf gelegt, da es eine Herzensangelegenheit war. Es hat uns viel Freude bereitet, ein so tolles Produkt, hier bei uns von A bis Z lokal herzustellen und wir würden es gerne immer so machen. Schlussendlich müssen aber alle beteiligten Personen fair behandelt werden. Dass setzt aber voraus, dass sich das Produkt auch verkaufen lässt. Ein Verkaufspreis von 89.90 CHF schien für uns aber viel zu hoch.

 

Für das Problem, dass die Wolle kratzt, hatten wir bereits letztes Jahr eine sehr simple Lösung gefunden: Eine weiche Fütterung aus Polar Fleece!

 

Der zweite Grund für uns, wettbewerbsfähige Accessoires aus der Wolle Walliser Schwarznasenschafe herzustellen, war die Wolle selber. Vielerorts wird sie durch ihre Borstigkeit als Abfallprodukte gesehen und landet schlussendlich auch genau da. Wir finden das ziemlich schade. Wir zeigen es ja genau mit unserer hä? Limited Edition Walliser Schwarznasenschafe, dass es möglich ist, diese borstige Wolle so zu verarbeiten, dass sie angenehm zu tragen ist. Schlussendlich wäre es einfach wahnsinnig cool, diese lokal produzierte Wolle wieder vermehrt für verschiedene Produkte zu brauchen. Damit das geschehen kann, müssen Produkte aber bezahlbar sein. Nur so steigt am anderen Ende die Nachfrage nach der Wolle der Walliser Schwarznasenschafen und sie wird wieder gebraucht, anstatt weggeworfen.

 

Die hä? Limited Edition aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe soll erschwinglich für alle sein. Nur so kann die Nachfrage nach der Wolle gesteigert werden – davon sind wir überzeugt!

 

Aus diesen Gründen haben wir uns entschlossen, mit unserem Produzenten in Polen zu sprechen und unser Projekt zu diskutieren. Mateusz und seine Familie produzieren unsere Headwear hier bei uns in Europa. Seine Eltern haben 1989 kurz nach der Wende ziemlich ähnlich angefangen wie wir bei hä? im 2006: Mit Häkeln. Im Gegensatz zu uns, haben sie mit dem ersten verdienten Geld Maschinen gekauft, um effizienter verschiedene Stricksachen herzustellen. Jahre später ist ein kleines funktionierendes Familienunternehmen nahe von Lodz - eine der noch existierenden „Textilhochburgen“ in Europa – entstanden. Wir besuchen Mateusz und seine Familie jedes Jahr im Frühling betreffend der anstehenden hä? Kollektion. Unser Verhältnis zu ihnen ist aber über die Jahre über das Geschäftliche hinausgewachsen. Sie besuchten uns beispielsweise letzten Winter hier bei uns im Wallis. Wir zeigten ihnen „Ts Horu“ und waren für ein paar herrliche Tage zusammen in den Bergen unterwegs.

 

Magda und Mateusz bei uns zu Besuch im Wallis. Wenn über die Jahre aus einer Geschäftsbeziehung eine richtige Freundschaft entsteht kann man sich an so Projekte wie dieses heranwagen. Es war viel Arbeit und Fleiss von allen nötig.

 

So gelangte der Grossteil der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe zu Mateusz und seiner Familie nach Polen. (Nebenbei erwähnt: Ein paar Kilogramm haben wir aber direkt zu uns ins Wallis genommen, um vielleicht ein paar Einzelstücke von Hand anzufertigen. Zudem machen wir nun unser eigenes Strickgarn aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe in 50 Gramm "Chlunschini" - Made in Switzerland! Wir haben schliesslich die #HÄNDMADE-Boxen, wo du dein Lieblingsteil selber häkeln kannst. Nun kannst du das auch mit dieser raren Wolle!

In Polen bekundete Mateusz anfänglich seine Zweifel, da sich das Garn auf seinen Maschinen äusserst widerspenstig anstellte. Mateusz und seine Familie liessen sich aber nicht unterkriegen und nach vielen Versuchen, Änderungen und Strapazen waren die Maschinen richtig eingestellt. Das war Ende August und über die folgenden Wochen fanden die letzten Schritte der Special Edition Walliser Schwarznasenschafe von hä? statt.

 

Mateusz und Mat am Fachsimpeln bei Mateusz zu Hause in Polen wo die Special Edition Walliser Schwarznasenschafe von hä? hergestellt wurde.

 

Schlussendlich haben alle involvierten Parteien einen aussergewöhnlichen Aufwand auf sich genommen, aber es hat sich mehr als gelohnt. Entstanden sind drei schöne Winter Accessoires aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe. Daneben konnten wir eigenes Strickgarn anfertigen. Das Beanie, der Neckwarmer und das Headband fühlen sich sehr robust und hart an, der weiche Polar Fleece auf der Innenseite ist aber die perfekte Fütterung. Die Accessoires sind durch die weiche Fütterung äusserst angenehm zu tragen und die dicke und schroffe Wolle kriegt nur der kalte Winter zu spüren. Ein perfekter Schutz aus der Wolle der Tiere, die sich über Jahrhunderte den perfekten Schutz gegen die harte Walliser Bergwelt angeeignet haben.

 

Das hä? Beanie aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe mit weicher Polar Fleece Fütterung für CHF 59.90.

 

Aus der Wolle der Walliser Schwarznasenschafe haben wir auch ein hä? Headband hergestellt. Natürlich darf auch hier die weiche Polar Fleece Fütterung nicht fehlen. Jetzt online für CHF 49.90 zu haben.

 

Ein Neckwarmer gehört bei uns einfach immer dazu. Er ist sehr dick und robust. Dem Winter zeigt man nur die borstige Wolle der Walliser Schwarznasenschafe. Auf der Innenseite spürt man die weiche Schicht aus Polar Fleece. Im hä? Online Shop für CHF 49.90.

 

Walliser Schwarznasenwolle

Einen Teil der Walliser Schwarznasenwolle haben wir von der Ostschweiz direkt zurück zu uns ins Wallis geholt. Wir fertigen damit von Hand kleine "Chlunschini" an. Ab sofort für CHF 8.90 im hä? Online Shop zu haben.


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